Turnen: Männerriege auf Fahrradtour

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Neben den allwöchentlichen Übungsstunden in der Turnhalle, dem jährlichen Training für das Deutsche Sportabzeichen im Stadion und den geselligen Veranstaltungen zur Erhaltung und Festigung der Kameradschaft führt die Männerriege einmal in jedem Jahr eine mehrtägige Fahrradtour durch.

 

In diesem Jahr war der Ruhrabschnitt zwischen Hagen und der Mündung in Duisburg das auserkorene Ziel. Bedeckter Himmel bei der Abfahrt am Freitagmorgen führte schnell zu der gegenseitigen Frage, ob denn auch an einen ausreichenden Regenschutz gedacht worden sei.

Die Frage schien berechtigt, denn auf der Anreise durchquerte der Zug der Deutsche Bahn so manches Niederschlagsgebiet. Es schien aber nur ein Verhaltenstest für die Männerriege zu sein, denn unmittelbar nach dem Anlegen der Regenbekleidung am Bahnhof Hagen hatte der Wettergott ein Einsehen und es wurde, nein es blieb dann auch weiterhin trocken und so konnte noch keine fünf Kilometer weiter – nomen est omen – auf der Ruhrbrücke in Wetter die Regenbekleidung wieder verpackt werden.

 

Nach einer Mittagsstärkung im Landhaus Robbert in Wengern folgte die Crew unaufhaltsam dem Ruhrverlauf und erreichte so über Herbede und den Kemnader See ihr erstes Etappenziel, die Stadt Hattingen mit ihren gewaltigen Zeugnissen einstiger Eisenhüttenindustrie. Im Anschluss an den Zimmerbezug und eine wohltuende Erfrischung im Avandgarde-Hotel ging’s zum kulturellen Teil in die historische Altstadt. Nahezu 150 mittelalterliche Fachwerkhäuser bilden eine Kulisse, bei der es viel zu sehen gibt und in der man sich auch wohlfühlen kann. Viel zu schnell verstrich der Abend und nach einer kurzen Nacht startete die Fahrradgruppe am Samstag zur nächsten Tagesetappe.

An idyllischen Ruhrauen vorbei wurde am späten Vormittag Essen-Steele erreicht, wo zum Frühschoppen im Bootshaus angehalten wurde.

Gut gestärkt ging’s weiter ruhrabwärts und so wurde in Essen-Kupferdreh der Baldeney-See erreicht. Waren die Radwege bisher schon nicht zu beklagen, so hatte man am Baldeney-See das Gefühl, man wäre auf einer Autobahn unterwegs, denn hier waren die Radwege ca. 5 bis 6 Meter breit. Mit Blick auf den Baldeney-See und die Villa Hügel wurde am Haus am See Mittagsrast eingelegt, ehe es dann am Nachmittag über Werden und Kettwig zum nächsten Etappenziel, Mülheim an der Ruhr, ging. Hier wurde im Hotel Handelshof Quartier bezogen. Nach der verdienten Erfrischung mit einem Mölmsch, einer hellen Bierspezialität mit obergäriger Hefe, stand dann auch die erfrischende Dusche an. Auch in Mülheim wurde der Abend genutzt, um sich einen Eindruck von der Altstadt, aber auch vom Wasserbahnhof, zu  machen.

 

 

Der idyllisch gelegene Mülheimer Wasserbahnhof ist die Hauptanlegestelle der "Weißen Flotte" und seit Generationen ein klassisches Ausflugsziel. In mediterranem Flair mit Palmen auf der Promenade wurde auch hier das Ruhrtreiben auf der Schleuseninsel und den am Wasserbahnhof ein- und auslaufenden Passagierschiffen bis weit in die Nacht beobachtet. Dabei wurde der BAP-Song „Anna, Anna …“ an diesem Abend zum Ohrwurm und hat die Radfahrgruppe bis zum Tourende noch so manches Mal verfolgt.

 

Sonntagmorgen begann die Schlussetappe und schon bald merkten die Radler, dass es einem großen Ballungsraum zuging, denn nun musste des Öfteren die Ruhr verlassen werden, um Autobahn- oder Eisenbahnlinien verkehrstechnisch passieren zu können und Trinkwasser-gebiete für tausende von Menschen zu meiden. Gegen Mittag wurde der Innenhafen in Duisburg erreicht. Nach einer ausgiebigen Pause im Hafenforum begab sich die Turngruppe mit ihren Fahrrädern durch die Innenstadt zum Hauptbahnhof, um ihre Rückreise nach Remagen anzutreten. Nachdem man die Rückfahrt im wahrsten Sinne des Wortes in vollen Zügen genossen hatte, konnten sich die Teilnehmer nach ihrer Rückkehr in ihre Heimatstadt am frühen Sonntagnachmittag wieder ausgiebig der Pflege ihrer Fahrräder und Hinterteile widmen. Wenn’s auch für den einen oder anderen leicht anstrengend war, so waren sich doch alle Teilnehmer einig: Im nächsten Jahr sind wir wieder dabei !

 

Bericht und Fotos: Werner Wilden