Etikette im Dojo


– Für Karateka ist das Dojo ( Trainingsraum ) eine Stätte der inneren Sammlung, Ruhe, ein Ort der Konzentation und der Höflichkeit. Lautes und aufdringliches Verhalten oder Gebaren sind nicht gerne gesehen und nicht erwünscht.

– Beim Betreten und Verlassen des Dojo grüßen wir mit einer leichten Verbeugung. Dieser Gruß gilt zunächst der Übungsstätte und dem Karate Do, aber auch unserem Trainer ( Sensei ) und der Übungsgruppe. Handschlag und lautes „Hallo“ oder „Tschüß“ können getrost entfallen.

– Klatschen oder Pfeifen sind in einem Karate – Dojo völlig fehl am Platz! Unsere Zustimmung drücken wir lieber durch ein aufmunternedes „Oss“, sowie durch besonderen Einsatz und Anstrengung aus. Der Trainer braucht keine Beifallsbekundung. Als Sensei versucht er in jedem Training sein Bestes zu geben.

– Vermeide es zu spät zu kommen. Sollte dies dennoch einmal der Fall sein, grüße den Trainer und Gruppe kurz mit einer leichten Verbeugung. Warte auf ein Zeichen des Trainers und ordne dich dort in der Gruppe ein, wo du am wenigsten störst: ganz hinten.

– Das Verlassen des Dojos während des Trainings gilt als unhöflich. Sollte dies aber unumgänglich sein, zeige dem Trainer deine Absicht durch eine leichte Verbeugung an und warte auf seine Bestätigung. Melde dich auch wieder genauso korrekt zurück.

– Unterbrich nicht den Unterricht durch unnötige Fragen oder unkluge Einwände. Die meisten Fragen lassen sich durch eigenes Nachdenken selbst beantworten. Falls nicht, ist nach dem Unterricht noch genügend Zeit, Fragen und Einwände zu besprechen.

– Versuche immer, durch dein Verhalten und deine Mitarbeit zu einem reibungslosen Unterrichtsverlauf beizutragen. Sei immer aufmerksam, schnell und konzentriert. Bemühe dich, so weit mitzudenken, daß du immer die berühmte Nasenlänge voraus bist. Du willst kämpfen lernen, dann sind Wachsamkeit, Beobachtungsgabe und Mitdenken Grundvorraussetzungen.

– Sei Wachsam! Ob es um die Aufstellung der Übungsgruppe geht oder die Ausführung einer neuen Partnerübung: sei so wachsam, daß dir kein Fehler unterläuft. Jede Bewegung im Karate hat ihren Sinn, ihre Bedeutung. Jedes Kommando verlangt deine volle Konzentration. Unaufmerksamkeiten müssen im Karate-Unterricht ausgemerzt werden, denn im Kampf sind sind sie die größten Fehler.

– Sei Ernsthaft! Wenn du die ganze Sache nur von der lustigen Seite her nehmen willst, so such dir bitte schnell eine andere Sportart aus. Karateka sind übrigens sehr lustige und fröhliche Menschen, aber nur außerhalb des Unterrichtes.

– Sei Höflich! Zeige deinem Übungspartner das du ihn achtest. Streng dich an, ein fairer und guter Partner zu sein. Nimm deinen Partner ernst, unterschätze ihn niemals, trainiere aber nicht überheblich oder herablassend mit ihm. Überlasse Übungsaufforderungen immer dem älteren und höhergraduierten Partner.

Sei Stark! Laß dir nicht anmerken, wenn du müde oder erschöpft bist. Setze dich während des Unterrichts nicht unaufgefordert hin oder lege dich hin, wenn deine Kameraden sich bei einer Übung anstrengen. Stütze dich nicht ab und zappele nicht herum. Ein Karateka hat seinen Geist und Körper immer unter Kontrolle.

– Sei Beherrscht! Zeige in allen Situationen Selbstdisziplin und wahre die Beherrschung. Lerne deine Emotionen, ob positiv oder negativ, zu unterdrücken.

Sei Gründlich! Strebe immer nach dem höchsten Ziel: der Perfektion. Bereite alle Übungen konzentriert vor und schließe alle Übungen bewußt und konzentriert ab. Vergiß im Unterricht die Zeit, widme dich nur der Sache selbst, deiner Übung oder deinem Partner. Laß dich nicht von außen ablenken und lenke selbst nie einen ab.

– Sei Sauber! Karate ist eine Kampfsportart, bei man Menschen miteinander Kontakt haben. Schneide Finger- und Fußnägel kurz und halte sie sauber. Achte auf Sauberkeit des Karate-Gi. Halsketten, Stecker und Ringe jeder Art haben im Unterricht keinen Platz. Du willst doch nicht zu einer Gefahr für deine Partner werden?

Sei Beständig! Du hast dich entschlossen Karate zu erlernen. Besuche regelmäßig den Unterricht. Deine Lehrer und Partner mögen es nicht, wenn du sie zu unnötigen Wiederholungen zwingst, weil du träge warst und nicht am Unterricht teilgenommen hast.